Ich schlage mich seit gefühlt 5 Jahren mit dem Firefox rum. Damals, als es noch kein Tabbed Browsing im IE gab, bin ich zum ersten mal auf den FF gestoßen und war – natürlich auch von dem OpenSource-Ansatz – begeistert.
Viele Jahre habe ich mich dann an manche Vorzüge, insbesondere in dem Plugin-Bereich gewöhnt: Auto Copy nach der Markierung von Text, AdBlock Plus zum Werbebanner-Blocken, früher Foxmarks heute XMarks zur Favoriten-Synchronisation über mehrere Geräte hinweg und FireGestures (wobei ich da gestehe, dass ich nur die Fenster-Schließen Geste nutze).
Da es einen Großteil dieser Addons damals noch nicht für den IE oder andere Browser gab, war das ein Alleinstellungsmerkmal.
Nun aber, einige Zeit später, nervt mich der Firefox. Gerade wenn er länger gestartet war (zu Hause nutze ich ausschließlich Standby, sodass er eigentlich immer läuft), reagiert er träge. Dann habe ich nur noch einen Reiter offen, und sehe eine Speicherauslastung von 300 MB+. Zudem kam es mir, auch auf mehreren Geräten so vor, als würden manche Seiten wirklich träge laden.
Letzte Woche habe ich mich dann, durch Zufall, an Google Chrome versucht. Nach kurzem war ich begeistert, als ich festgestellt habe, dass Chrome nach Anmeldung mit dem GMail-Konto nicht nur die Lesezeichen zwischen mehreren Chrome-Instanzen auf unterschiedlichen Geräten synchronisiert, sondern auch noch die Addons und Einstellungen.
Auch konnte ich im Chrome-WebStore alle Addons finden, oder zumindest adäquaten Ersatz, für FireGestures, AutoCopy & Co.
Ansonsten bin ich momentan wirklich mit Chrome zufrieden – er tut, was er soll, er ist schnell und schlank, und beschränkt sich auf das wesentliche: Surfen, Lesezeichen-Zugriff und eine Hand voll Addons, die einem den Alltag leichter machen.
Ich hatte die gleichen Probleme mit Firefox. Wenn man über einen längeren
Zeitraum viele Tabs geöffnet hatte, ging irgendwann alles nur noch extrem
langsam und der Speicherverbrauch gingt trotz Schließen der Fenster
nicht wieder zurück.
Auch hatte ich große Probleme mit dem Umstieg auf die Versionen
nach 3.6 und den damit verbundenen aufgezwungenen Änderungen,
an die ich mich bis heute nicht richtig gewöhnt habe.
Allerdings ist das Problem mit den geöffneten Tabs seit Version 12 gelöst,
da hier standardmäßig nur noch Vordergrund-Tabs aktiv sind und alle
anderen erst beim erneuten anwählen wieder Recourcen und CPU-Last
fressen.
Die Begeisterung von Chrome kann ich nur teilweise nachvollziehen.
Der Brower selbst ist zwar gar nicht schlecht, allerdings gibt man
damit auch das letzte bisschen Privatsphäre auf, da man ja
trotz schlechter werdender Ergebisse mangels guter Alternativen
google immer noch als Suchmaschiene benutzen muss.
Mit Chrome sind der Datensammelwut von Google damit überhaupt
keine Grenzen mehr gesetzt, da es keine Möglichkeit mehr gibt,
die Verknüpfung zwischen PC / IP und Suche zu verhindern.
Ganz besonders interessant ist es für google natürlich, wenn
dann auch noch das gmail Konto im Browser hinterlegt ist
und damit auch noch die permanente Verknüpfung zur Person
möglich ist.
Ich möchte mir nicht vorstellen, wie umfangreich und detailiert
das aus diesen Daten gewonnene Nutzerprofil aussehen könnte.
..
Mit einem getrennten Browser, löschen von Cookies (inkl. Flash Cookies) und
wechselnder IP ist dieses User Tracking wesentlich schwerer bzw gar nicht
verlässlich möglich.
Wer sich wundert, dass immer genau die passende Werbung zu
den zuletzt bestellten oder gesuchten Produkten eingeblendet
wird, sollte sich hierüber vielleicht mal ein paar Gedanken machen.